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Website Footer Texte schreiben: Was wirklich in die Fußzeile deiner Seite gehört

Vermutlich schaust du nicht auf den Footer einer Website, bevor du sie wieder verlässt. Ich dachte jahrelang, dass da unten sowieso niemand hinschaut – mein eigener Footer bestand aus zwei tristen Pflichtlinks und einem Copyright-Jahr, das seit Ewigkeiten nicht mehr stimmte.

Bei den meisten Coachs und Solopreneurinnen, mit denen ich mich austausche, seit ich meine Website komplett selbst gebaut und selbst getextet habe, läuft es auf zwei Extreme hinaus: Der eine Footer ist vollgestopft bis zum Rand, der andere wirkt, als hätte ihn niemand fertig gebaut. Beides hat seinen Preis – und genau diese zwei Typen will ich hier nebeneinanderlegen, bevor ich dir sage, welcher zu dir passt.

Zwei Footer, zwei Philosophien

Der erste Typ kommt aus einem nachvollziehbaren Impuls: Wenn oben auf der Seite kein Platz mehr für einen Link, ein Schlagwort oder ein weiteres Vertrauenssignal ist, wandert er eben nach unten. Der zweite Typ ist die Gegenreaktion darauf – leer, aufgeräumt, fast schon schüchtern. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich fast jede Website, die ich mir in den letzten Jahren angeschaut habe, meine eigene eingeschlossen.

Seit drei Jahren schreibe und überarbeite ich meine eigenen Seiten-Texte, und der Footer war lange das Kapitel, das ich einfach übersprungen habe. Klingt kleinlich, war aber ziemlich ehrlich: Du setzt dich nicht freiwillig an den unwichtigsten Teil der Seite, wenn oben noch die Über-mich-Seite wehtut.

Wenn der Footer zur Rumpelkammer wird

Der vollgestopfte Footer fühlt sich im ersten Moment sicher an. Noch ein Link zu einem alten Workshop, noch eine Zeile mit Schlagworten, noch ein Icon – die Logik dahinter ist, dass mehr Fläche automatisch mehr Chancen bedeutet, gefunden oder geklickt zu werden. Ein bisschen SEO-Grundlagen im Hinterkopf zu haben schadet dabei nicht, aber denselben Suchbegriff zwanzigmal in die Fußzeile zu quetschen, bringt niemanden weiter – außer die eigene Geduld der Besucherin auf die Probe zu stellen.

Genau dieses Trichter-Denken ist mir schon mal auf der ganzen Startseite passiert: nach dem AIDA-Modell aufgebaut, jeder Absatz sauber auf Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen und Handlung getrimmt – und dann monatelang gewartet, dass jemand darüber bucht.

Hängen blieb nichts. Der Footer bekommt das gleiche Denken oft im Kleinen ab: noch ein Reiz, noch ein Anker, in der Hoffnung, dass wenigstens einer davon wirkt.

Skizze eines 3-spaltigen Website-Footers in einem Notizbuch – Footer-Optimierung für Solopreneurinnen.

Reicht Pflicht, oder darf's ein bisschen Persönlichkeit sein?

Ganz an der Pflicht kommst du in Deutschland sowieso nicht vorbei: Impressum und Datenschutzerklärung müssen leicht auffindbar sein, das ist einfach so und keine Verhandlungssache. Die eigentliche Frage ist, was du daneben noch zulässt.

Ein funktionierender Call-to-Action gehört für mich dazu, auch wenn er in der Fußzeile nur eine leise Version von dem sein darf, was weiter oben auf der Seite steht. Genauso wie ein, zwei Sätze, die nach der eigenen Stimme klingen und nicht nach einem zweiten, verkürzten Über-mich-Text mit Textbaustein-Charme. Storytelling passt da unten höchstens in homöopathischen Dosen – ein halber Satz, keine ganze Geschichte. Bevor so ein Footer-Text online geht, jage ich ihn kurz durch die Wortliga Textanalyse, nicht um daraus eine Wissenschaft zu machen, sondern nur, um die schlimmsten Blähwörter rauszufiltern.

Meine Schulfreundin Sabine, die als Steuerberaterin selbst keine eigene Website betreibt, aber jeden meiner Textentwürfe gegenliest, hat bei einer frühen Footer-Version nur gefragt, warum ich klinge wie ein Faltblatt. Das saß.

Ob du sogar deine Preise im Footer verlinken solltest, ist übrigens eine Frage, die mir ständig gestellt wird – dazu habe ich extra aufgeschrieben, wie du Coaching Preise auf der Website schreiben kannst, ohne dass es sich unangenehm anfühlt. Als Anker im Footer funktioniert so ein Link erstaunlich gut, solange er nicht die einzige Botschaft dort bleibt.

Laptop-Bildschirm mit Wortliga Textanalyse beim Kürzen eines kurzen Footer-Textes.

Footer-Optimierung in drei Spalten: Struktur ohne Überladung

Praktisch heißt das bei mir: In der ersten Spalte steht die Pflicht – Impressum, Datenschutz, fertig. In der zweiten Spalte eine kurze Auswahl der wichtigsten Unterseiten, nicht die komplette Sitemap. Und in der dritten Spalte eine E-Mail-Adresse, vielleicht ein Newsletter-Feld, und nur die Social-Media-Kanäle, die auch tatsächlich gepflegt werden – nicht der Account, der seit Ewigkeiten brach liegt.

Ein Leser aus Stuttgart, Physiotherapeut mit eigener Praxis, hat mir mal geschrieben und gefragt, ob sein Footer auch einen kurzen Satz über ihn selbst tragen darf, oder ob das zu viel wird. Er hatte, wie er selbst zugab, seine Startseiten-Vorlage schon mehrfach angepasst, bis sie nach ihm klang – beim Footer wollte er es gleich richtig machen. Meine Antwort: ein Satz reicht, mehr nicht.

Solche Aufräumaktionen muss man ja auch irgendwie zeitlich unterbringen, zwischen Coaching-Terminen und allem, was sonst noch ansteht – dafür habe ich mir längst einen kleinen Workflow zwischen Coaching und Kind zurechtgelegt, in dem so ein Footer eben ein Häppchen unter vielen ist.

Welcher Footer passt zu dir?

Wenn deine Seite gerade erst zwei, drei Unterseiten hat und du mitten im Aufbau steckst, reicht ein schlanker Footer: die Pflichtlinks, eine E-Mail-Adresse, ein Satz über dich, fertig. Sobald du einen Blog, mehrere Angebote oder eine wachsende Seitenstruktur hast, lohnt sich die Drei-Spalten-Variante, weil Besucherinnen sonst genau an der Stelle hängen bleiben, an der sie eigentlich handeln sollten.

Mein eigener Name bei Google macht mir inzwischen keine Bauchschmerzen mehr, auch nicht, wenn ich bis ganz nach unten scrolle. Der Kaffee neben der Tastatur ist dabei meistens längst kalt geworden, der Footer steht trotzdem.

Der Footer ist kein Ort für Reste. Er ist die letzte Gelegenheit, jemandem zu zeigen, dass hinter der Seite ein echter Mensch mit einer eigenen Stimme steht – nicht zwanzig Keywords und ein vergessenes Copyright-Jahr.

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