Mein Webtext

Vom 'Hallo, ich bin...' zum echten Kundenmagneten: Meine 3 Versuche (Update 2026)

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Ich lese meinen Über-mich-Text laut vor, Satz für Satz, und bleibe zum ersten Mal nirgendwo hängen. Kein Räuspern, kein Zurückspulen, kein „Moment, das klingt komisch". Genau so sollten Website-Texte für Solopreneurinnen sich eigentlich immer anfühlen – nur habe ich bis hierhin drei komplett unterschiedliche Anläufe gebraucht, und mindestens zwei davon waren richtig schlecht.

Bevor es weitergeht, kurz die Offenlegung: Ich erzähle dir hier meine eigene Geschichte und verlinke dabei auf lexosophie und die WORTLIGA Textanalyse, zwei Tools, die ich selbst genutzt habe. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, an deinem Preis ändert sich nichts. Empfohlen wird hier nur, was ich wirklich ausprobiert habe.

Das Jimdo-Wochenende, das mich in die Bredouille brachte

Losgegangen ist die ganze Sache, weil eine Lokalzeitung mich verlinken wollte und ich feststellte: Eine Website hatte ich gar nicht. Ein Wochenende lang habe ich dann etwas auf Jimdo zusammengeklickt – Struktur, Fotos, Kontaktformular, alles stand plötzlich, nur eben in einer einzigen Nacht-und-Nebel-Aktion.

Der Fehler dabei war nicht Jimdo selbst, sondern das Tempo. Die ersten Textbausteine habe ich einfach aus dem Baukasten übernommen und mir gesagt, ich würde sie später überarbeiten. Später wurde nie – bis die Lokalzeitung tatsächlich verlinkte und ich beim eigenen Lesen zusammengezuckt bin.

Was ich daraus mitgenommen habe: Eine Website an einem Wochenende technisch aufzusetzen, ist machbar. Die Texte darauf am selben Wochenende fertigzustellen, ist es nicht – das sind zwei komplett verschiedene Baustellen, und ich hätte sie von Anfang an getrennt behandeln sollen.

Drei Monate vor einer leeren Seite

Auf jeder anderen Unterseite stand nach ein paar Tagen wenigstens ein Entwurf. Nur die Über-mich-Seite blieb leer – drei Monate lang ein Platzhaltersatz, den ich mir selbst irgendwann nicht mehr anschauen konnte.

Jedes Mal, wenn ich zu tippen anfing, kam entweder ein Satz raus, der wie eine Bewerbung klang, oder gar nichts. Geschoben habe ich das auf Zeitmangel, auf den Siebenjährigen, auf die Coaching-Termine – der eigentliche Grund war schlicht Angst: langweilig zu wirken, wenn ich zu sachlich schreibe, unseriös, wenn ich zu locker schreibe.

Gelöst hat sich das erst, als mir klar wurde, dass die Seite nicht von mir handeln muss, sondern vom Problem meiner Kunden. Diese Verschiebung, weg vom eigenen Lebenslauf hin zum Anliegen der Leserin, ist der Kern einer Über mich Seite Anleitung für Solopreneure, die ich mir irgendwann durchgelesen habe: Sie zeigt die Seite als Vertrauensanker, nicht als Biografie. Seit gut drei Jahren feile ich jetzt an dieser einen Seite in kleinen Schritten weiter, und mit jeder Version wird sie ehrlicher.

Kunden interessieren sich nicht für Zertifikate

Meine erste ernsthafte Fassung der Seite war vollgestopft mit allem, was ich an Fortbildungen gesammelt hatte – jede Zusatzausbildung, jede Stundenzahl, fein säuberlich aufgelistet.

Gelesen hat sich das wie ein Beipackzettel. Gebucht wird niemand, weil irgendwo eine Stundenzahl auf einem Zertifikat steht – gebucht wird, wer das Gefühl trifft, nach einem Bürotag zusammengeknotet zu sein und da wieder rauszuwollen.

Lena, eine Ernährungsberaterin aus Hamburg, die hier öfter mitliest und mir schreibt, wenn sie bei einer eigenen Seite nicht weiterkommt, kennt das Problem in der Formalversion: Bei ihr kommt jeder erste Entwurf hochoffiziell heraus, und sie muss sich jedes Mal bewusst zurück in die Alltagssprache arbeiten. Bei mir war der Reflex umgekehrt – ich versteckte mich hinter Titeln, weil mir meine eigene Stimme zu wenig seriös vorkam.

Vorteile statt Merkmale zu beschreiben, hat mir aus genau diesem Grund mehr geholfen als jede Zertifikatsliste – nicht was ich alles gelernt habe, sondern was du davon hast, steht seitdem im Vordergrund.

Notizbuch mit durchgestrichenen Entwürfen für die Über-mich-Seite und andere Website-Texte.

Wenn ChatGPT für dich schreibt, klingst du wie alle anderen

Zwischendurch, entnervt von der eigenen Zertifikatsliste, habe ich mir die Sache einmal komplett einfach gemacht: Stichpunkte zu mir selbst in ChatGPT eingegeben, den fertigen Text bekommen und ihn eins zu eins auf die Website kopiert, ohne ein Wort zu ändern.

Geklungen hat das gut – auf eine Art, die mich sofort nervös gemacht hat. Der Text war rund, fehlerfrei, und hätte genauso auf zehn anderen Coaching-Seiten stehen können. Kein Feierabend-Stress, kein verspannter Nacken nach einem langen Meeting, einfach nichts, das nach mir und nicht nach irgendwem klang.

Runtergeholt habe ich den Text danach mit der WORTLIGA Textanalyse, allerdings nicht wegen der KI-Sache – das Tool erkennt keine Stimme, nur Satzbau. Gnadenlos gezeigt hat es mir, wie lang meine Sätze werden, sobald ich unsicher bin, und wie viele Passiv-Konstruktionen sich einschleichen. Wie du deine Sätze überhaupt so weit kürzt, dass sie beim Kürzen von Website-Texten nicht auseinanderfallen, ist nochmal ein eigenes Kapitel.

Verständlich zu schreiben ist ohnehin ein eigenes Handwerk, das ich seitdem mit genau diesem Tool gegenprüfe, bevor ich mir über den Rest des Textes überhaupt Gedanken mache.

Rechne dir aus, was ein Texter wirklich kostet

Angebote von professionellen Texterinnen habe ich mir irgendwann eingeholt, aus reiner Neugier, wie viel Zeit mir das sparen würde. Für eine komplette Website inklusive Über-mich-Seite waren wir schnell bei mehreren tausend Euro – und dabei muss ich auch noch Kita-Gebühren und Miete bezahlen. Ein Texter für diesen Betrag war schlicht nicht drin.

Entschieden habe ich mich stattdessen für lexosophie, einen Kurs, der mich Schritt für Schritt an die Hand genommen hat, ohne mich in ein starres Marketing-Korsett zu zwängen. Dort ging es zum ersten Mal nicht nur um Struktur, sondern auch darum, dass Wunschkunden ansprechen nichts mit Manipulation zu tun hat, sondern mit Empathie.

Ein Werkzeug aus diesem Kurs, die PAS-Methode, nutze ich inzwischen für so ziemlich jeden Text auf der Seite, nicht nur für die Über-mich-Seite. Storytelling bedeutet für mich dabei nicht, meinen kompletten Werdegang aufzuzählen, sondern an einer einzigen Szene zu zeigen, dass ich weiß, wovon ich rede.

Solopreneurin schreibt konzentriert an ihrer neuen Über-mich-Seite und weiteren Website-Texten.

Der Vorlesetest: so klingt dein Text endlich authentisch

An meinem Schreibtisch, ein Erbstück meiner Mutter mit mehr Kratzern, als ich zugeben möchte, zwei Fenster Richtung Innenhof, gelbe, orangene und blaue Zettel rundherum am Bildschirmrand, teste ich seitdem jeden neuen Textabschnitt auf dieselbe Art: laut vorlesen, ohne vorher im Kopf zu glätten.

Stockt der Text beim Vorlesen an einer Stelle, wird überarbeitet, bis es nicht mehr passiert – das war schon beim allerersten Entwurf mein einziges verlässliches Kriterium, lange bevor ich wusste, wie man das nennt. Am frühen Morgen, wenn außer dem Klackern der Tastatur noch nichts in der Wohnung zu hören ist, funktioniert dieser Test am besten, weil dann auch mein eigener Kopf noch nicht dazwischenredet.

Meine Freundin Verena, Grafikdesignerin hier in München, baut gerade selbst an ihrer ersten Website und schickt mir grundsätzlich Moodboards statt Textentwürfen – sie denkt in Bildern, ich in Wörtern, und der Vorlesetest funktioniert bei ihr entsprechend anders als bei mir.

Was danach kommt, sind eigene Baustellen für sich. Eine knackige Überschrift zu finden kostet mich bis heute mehr Zeit als der ganze restliche Text. Ein Call-to-Action wie „Jetzt buchen" hat bei meinen Klientinnen nie funktioniert – warum, ist wieder eine andere Geschichte. Kundenstimmen baue ich erst ein, wenn der Grundtext steht, und die Angebotsseite braucht ohnehin eine andere Logik, weil es dort nicht um mein Problem geht, sondern um das Angebot selbst. Ob das alles am Ende bei Google gefunden wird, lasse ich hier bewusst außen vor.

Falls du gerade selbst vor einer leeren Über-mich-Seite sitzt: Du brauchst kein literarisches Meisterwerk, nur eine Brücke zwischen dem, was du kannst, und dem, was deine Kunden gerade beschäftigt. Nutze notfalls die WORTLIGA, um die gröbsten Schnitzer in deinen Sätzen zu finden, oder hol dir mit lexosophie eine Struktur, wenn du dich im Kreis drehst.

Und falls du dich nebenbei fragst, ob du deine Preise überhaupt offen auf der Website nennen solltest – das war mein nächstes großes Drama. Dazu habe ich meine Erfahrungen hier aufgeschrieben: Coaching Preise auf der Website kommunizieren.

Der beste Start bleibt trotzdem simpel: die ersten drei Sätze löschen, die du aus Unsicherheit geschrieben hast, und stattdessen aufschreiben, warum du überhaupt tust, was du tust.

Laut vorlesen nicht vergessen.

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