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Webseitentexte selbst Korrektur lesen: Hilfreiche Tipps für fehlerfreie Texte

Ein doppeltes Wort im eigenen Text bleibt beim Lesen fast immer unsichtbar. Genau das ist das Grundproblem, wenn du deine Webseitentexte selbst schreibst und danach selbst Korrektur liest: Du kennst den Satz schon, bevor du ihn zu Ende gelesen hast, und das Gehirn ergänzt automatisch, was eigentlich fehlt. Als Solopreneurin ohne Lektorat im Rücken war genau das lange mein größtes Problem beim Website-Text schreiben. Mit ein paar festen Schritten und einem Tool wie Wortliga lässt sich dieses Problem inzwischen ziemlich zuverlässig eingrenzen.

Warum bleiben eigene Fehler unsichtbar?

Sätze, die du selbst geschrieben hast, liest du im Kopf oft schon fertig, noch bevor die Augen am Ende der Zeile ankommen. Deshalb reicht ein einmaliges Drüberlesen nicht aus – der Text muss mit Abstand und mit anderen Mitteln geprüft werden. Nach etwa zwanzig Minuten intensiver Arbeit an einem Absatz setzt bei fast jedem diese Art Blindheit ein, unabhängig davon, wie sorgfältig man sonst arbeitet.

Vier Videos über Schreibblockaden auf YouTube habe ich mir irgendwann angeschaut, um wieder in Schwung zu kommen. Danach stand trotzdem kein einziger neuer Satz auf der Seite, nur ein Kopf voller Motivationssprüche. Geholfen hat am Ende ein festes System aus mehreren Prüfschritten, die nacheinander ablaufen und nicht alle auf einmal.

Korrektur lesen mit Wortliga: Bildschirm-Nahaufnahme mit farbig markierten Textstellen der Analyse-Software.

Verständlichkeit zuerst: der Wortliga-Check

Bevor es überhaupt um Rechtschreibung geht, lohnt sich ein Blick auf die Verständlichkeit – noch vor Kommasetzung und Tippfehlern. Genau dafür nutze ich die Wortliga Textanalyse, die auf dem Hamburger Verständlichkeitskonzept aufbaut. Sie zeigt gnadenlos, wo ein Satz zu lang ist, wo sich Passivkonstruktionen häufen und wo sogenannte Blähwörter den Text unnötig aufblasen.

In der kostenlosen Version liegt das Limit bei 1500 Zeichen pro Prüfung, was für die meisten Website-Absätze völlig reicht, weil ich meine Texte sowieso häppchenweise bearbeite. Sätze über zwanzig Wörter markiert das Tool zuverlässig, und genau diese Grenze hat sich als brauchbare Faustregel für Webseitentexte durchgesetzt.

Wie sich das im Detail auf einzelne Absätze anwenden lässt, beschreibe ich in einem eigenen Artikel dazu, wie ich mit der WORTLIGA Textanalyse Zeit und Nerven spare.

Wie viel Duden braucht ein Website-Text?

Rechtschreibung und Kommasetzung bleiben trotzdem Pflicht, auch wenn die Verständlichkeit schon stimmt. Der Duden in seiner aktuellen 28. Auflage ist dafür meine erste Anlaufstelle, sobald ich mir bei einem Wort oder einem Komma unsicher bin. Ein falsch gesetztes Komma verändert manchmal den ganzen Sinn eines Satzes, und gerade auf einer Angebotsseite oder in einer Newsletter-Betreffzeile kann das unangenehm werden – so wie bei meinem eigenen Newsletter, in dem ich "atmen" mit drei "a" geschrieben hatte, mitten in der Betreffzeile.

Drei Korrekturdurchgänge statt ein großer Rundumschlag

Statt alles in einem Rutsch zu prüfen, teile ich das Korrekturlesen inzwischen in drei getrennte Durchgänge auf. Im ersten geht es nur um den Inhalt: Stimmt die Botschaft, und spricht der Text die richtigen Wunschkunden an? Im zweiten Durchgang steht die Struktur im Fokus, also kurze Sätze und die Zwanzig-Wörter-Grenze aus dem Wortliga-Check. Erst im dritten und letzten Durchgang kommen Rechtschreibung, Grammatik und Tippfehler an die Reihe.

Ob Überschrift, Call-to-Action, Angebotsseite oder die Kundenstimmen auf der Seite – jeder Abschnitt hat beim Korrekturlesen eigene Stolperfallen. Bei der Über mich Seite schreiben geht es meistens um zu viele Nebensätze hintereinander, auf der Angebotsseite eher um vertauschte Vorteile und Merkmale, und bei der Zielgruppenansprache kippt das "du" mitten im Text plötzlich unbemerkt in ein unpersönliches "man". Auch die PAS-Methode oder gutes Storytelling retten niemanden vor einem falsch gesetzten Komma, und selbst die beste SEO-Vorbereitung nützt wenig, wenn die eigene Stimme im Text auf halbem Weg verloren geht.

Webseitentexte Korrektur lesen mit rotem Stift: Hände markieren Fehler auf einem ausgedruckten Text.

Warum ist die Computerstimme gnadenloser als du selbst?

Der Klassiker unter den Korrekturtipps lautet: Lies deinen Text laut vor. Bei mir hat das lange nicht richtig funktioniert, weil ich durch die Arbeit als Yoga-Lehrerin daran gewöhnt bin, Sätze automatisch rund und harmonisch klingen zu lassen. Genau das habe ich an mir selbst gemerkt, als ich meine eigene Über-mich-Seite laut vorgelesen habe: An einem komplett schiefen Satz bin ich glatt vorbeigekommen, ohne auch nur einmal zu stocken.

Fast jedes Smartphone oder jeder Laptop hat heute eine Vorlesefunktion, und diese Stimmen nehmen keine Rücksicht auf Rhythmus oder Gefühl. Sie lesen genau das vor, was dort steht, inklusive jeder fehlenden Silbe und jedem doppelten Wort. Bleibt die Stimme an einer Stelle hängen oder reicht der Atem eines Satzes gefühlt nicht mehr, ist das ein zuverlässiges Zeichen: Hier muss gekürzt werden.

Diese Methode hat mir am meisten geholfen, wenn ich Website Texte zu kürzen wollte, ohne den Inhalt zu verlieren.

Lies deinen Text rückwärts

Eine zweite Technik, die inzwischen fest zu meinem Ablauf gehört, ist das Rückwärtslesen – nicht Wort für Wort, sondern Satz für Satz vom Ende des Textes zum Anfang. Der inhaltliche Zusammenhang fällt dabei komplett weg, und das Gehirn kann sich nur noch auf den einzelnen, isolierten Satz konzentrieren. Doppelte Wörter wie "und und", die beim normalen Lesen zehnmal übersehen werden, fallen auf diese Weise plötzlich sofort auf.

Am effektivsten ist dieser Rückwärts-Durchgang übrigens früh am Morgen, wenn die Wohnung noch komplett still ist und nur das Tippen der eigenen Finger auf der Tastatur zu hören ist.

Webseitentexte vorlesen lassen als Korrekturlesen-Trick: Smartphone und Kopfhörer auf einem Tisch.

Was du am Ende wirklich brauchst

Kein System macht einen Text am Ende perfekt, und das muss es auch nicht. Wichtig ist eine feste Reihenfolge: erst Inhalt und Zielgruppe, dann Struktur und Satzlänge, dann Rechtschreibung und Zeichensetzung – und mindestens einmal eine Stimme, die den Text vorliest, die nicht die eigene ist. Wer diese Reihenfolge einhält, findet die meisten Fehler, bevor sie online gehen, und muss nicht mehr jeden Absatz zehnmal lesen, um sich einigermaßen sicher zu fühlen. Ein kleiner Vertipper ist am Ende ohnehin kein Weltuntergang – solange er nicht ausgerechnet in der Betreffzeile landet.

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