Mein Webtext

Checkliste für die eigene Website-Texte (Seite für Seite)

Vor zwei Jahren saß ich abends am Küchentisch und hab zwischen zwei Textbausteinen für meine Datenschutzerklärung hin- und hergeklickt, weil ich nicht wusste, ob "Speicherdauer" ein eigener Absatz sein muss oder einfach zu den Kontaktdaten dazugehört. Mein Mann hat irgendwann gefragt, ob ich noch lebe. Genau für diesen Moment — du weißt, dass etwas auf deine Seite gehört, aber nicht genau, was drin stehen muss und wie lang es sein darf — hab ich mir diese Checkliste selbst zusammengebaut. Seite für Seite, aus allem, was ich beim vierten Umschreiben meiner eigenen Website gelernt habe. Und aus allem, was beim ersten Mal schiefgegangen ist.
Checkliste für Website-Texte in drei Abschnitten. SEO und technische Vorgaben: Meta-Title 50 bis 60 Zeichen; Meta-Description 120 bis 160 Zeichen; genau eine H1-Überschrift pro Seite; Alt-Texte haben laut WCAG kein festes Zeichenlimit (die oft genannten 100, 150 oder 250 Zeichen sind ein Gerücht); URL-Slug kurz und sprechend, ohne Sonderzeichen oder Füllwörter. Inhalt nach Seitentyp: Hero-Headline sofort auf den Punkt; Nutzenversprechen statt Tätigkeitsliste; Social Proof mit echten Kundinnen-Zitaten; Über-mich nur mit den prägenden Stationen; Leistungsbeschreibung mit für wen, Ablauf und Kosten; genau ein klarer Call-to-Action pro Seite; Kontakt mit sichtbarer E-Mail-Adresse. Rechtliche Pflichtangaben in Deutschland: Impressum nach Paragraf 5 DDG; Datenschutzerklärung nach Artikel 13 DSGVO; Cookie-Einwilligung nach Paragraf 25 TDDDG vor dem Tracking, außer bei technisch notwendigen Cookies. Keine Rechtsberatung.
Die komplette Checkliste zum Abhaken — SEO-Vorgaben, Inhalts-Bausteine und die deutschen Pflichtangaben, Seite für Seite. Die technischen Werte stammen aus den verlinkten Quellen. Zum Einbetten mit Credit auf mein-webtext.pages.dev — oder Bild herunterladen. Keine Rechtsberatung; für den Einzelfall eine Anwältin oder einen Impressum-Generator fragen.

Zwei Zahlen, die wirklich feststehen — und ein Mythos, der es nicht tut. Der Meta-Title gehört auf 50–60 Zeichen, die Meta-Description auf 120–160. Für Alt-Texte dagegen gibt es laut WCAG kein festes Zeichenlimit — die kursierenden 100, 150 oder 250 Zeichen sind ein Gerücht. Und pro Seite reicht genau eine H1 und genau ein klarer Call-to-Action.

1. SEO-Metadaten und technische Textvorgaben

Diesen Teil hab ich mir zuerst gebaut, weil ich nach meinem zweiten Relaunch gemerkt hab, dass ich Meta-Title und Meta-Description jedes Mal aus dem Bauch heraus geschrieben hab — mal zu lang, mal so kurz, dass Google sich einfach irgendeinen Satz aus dem Fließtext rausgesucht hat. Die Werte unten sind nicht von mir erfunden, sondern das, was die verlinkten Quellen tatsächlich sagen. Eine Zeile ist bewusst eine Korrektur an einem Gerücht, das ich selbst jahrelang für wahr gehalten hab.

Element Spezifikation / Länge Funktion / Beschreibung
Meta-Title (Seitentitel) 50–60 Zeichen (Content-Bär, 2026) Click-Through-Rate (CTR) Optimierung; Anzeige im Browser-Tab und SERP-Snippet.
Meta-Description 120–160 Zeichen (Content-Bär, 2026) Zusammenfassung des Seiteninhalts; beeinflusst die Klickentscheidung der Nutzer.
H1-Überschrift 1 pro Seite Zentrale Überschrift zur hierarchischen Strukturierung und Themenrelevanz.
Alt-Texte (Bilder) Kein festes Zeichenlimit (barrierefreies.design, 2025) — die oft genannten 100, 150 oder 250 Zeichen sind laut WCAG kein Standard, sondern ein Gerücht. Barrierefreiheit und Indexierung von Bildinhalten durch Suchmaschinen-Crawler.
URL-Slug Kurz, sprechend (Keywords) Permanenter Link der Unterseite; sollte keine Sonderzeichen oder Füllwörter enthalten.

2. Inhaltliche Komponenten nach Seitentyp

Hier wird's persönlicher, weil das die Bausteine sind, an denen ich am längsten gesessen hab — vor allem bei der Über-mich-Seite, dazu gleich mehr. Zu jedem Baustein steht kurz, was er laut Quelle leisten soll, und was bei mir in der Praxis erst schiefgelaufen ist, bevor es funktioniert hat.

Hero-Headline (Startseite)
Der erste Satz auf deiner Startseite hat eine einzige Aufgabe: sofort klarmachen, worum's geht, bevor Leute wieder wegklicken. Sonja Mahr vergleicht die Startseite mit dem Schaufenster eines Ladens — glasklar ins Thema einsteigen, direkt auf den Punkt kommen (Sonja Mahr, 2023). Meine erste Version hat mit drei Sätzen Bio angefangen, bevor überhaupt klar wurde, was ich eigentlich anbiete. Umgeschrieben, sobald mir das aufgefallen ist.
Nutzenversprechen (Value Proposition)
Der Satz, der beantwortet, warum das für die Leserin relevant ist — nicht nur, was du machst. Bei mir war der Unterschied zwischen "Ich biete Atemcoaching an" und "Du schläfst wieder durch, ohne dass wir stundenlang über deine Kindheit reden müssen" sofort in den Anfragen spürbar.
Expertise-Nachweis (Social Proof)
Klientinnen-Zitate wirken nicht, weil sie hübsch klingen, sondern weil sie Vertrauen von jemand anderem auf dich übertragen. Anika Steinert bringt's auf den Punkt: Zitate von zufriedenen Kundinnen vermitteln Glaubwürdigkeit und beeinflussen die Kaufentscheidung (Anika Steinert). Bei mir war's der Satz "ich hab seitdem wieder einen Grund, morgens aufzustehen" — den hätte ich mir selbst nie ausgedacht, und er hat mehr gebracht als jeder Werbetext von mir.
Über-mich-Story
Die Seite, an der ich drei Monate gesessen hab. Nicht weil mir die Fakten fehlten — ich wusste ja, was ich gemacht hatte —, sondern weil ich nicht wusste, wie viel davon überhaupt interessant ist. Payam Zadeh schreibt: Dein Werdegang zeigt, wie du zu der Expertin geworden bist, die du heute bist — die Kunst liegt darin, dich auf die Stationen zu konzentrieren, die dich wirklich geprägt haben, nicht auf die komplette Liste (Payam Zadeh, 2026). Ich hab's zwischendurch mit einem KI-Textgenerator probiert, weil eine andere Coachin geschworen hat, der würde ihr sowas in fünf Minuten schreiben. Bei mir kam raus: "Ich bin eine leidenschaftliche Yoga-Lehrerin mit jahrelanger Erfahrung." Das hätte über jeder zweiten Yogalehrerin in München stehen können. Gelöscht, von vorn angefangen.
Leistungsbeschreibung
Für wen ist das Angebot, wie läuft die Zusammenarbeit ab, was kostet es oder wo find ich das raus — laut Seitenbeweger macht genau das eine starke Angebotsseite aus, nicht die Aufzählung von Leistungsmerkmalen (Seitenbeweger). Meine erste Version hatte fünf Bullet-Points mit Fachbegriffen und keinen einzigen Satz dazu, wie ein Erstgespräch überhaupt abläuft. Kein Wunder, dass niemand angefragt hat.
Call-to-Action (CTA)
Eine einzige klare Handlungsaufforderung pro Seite (z. B. "Termin vereinbaren", "Angebot anfordern") — nicht "Kontaktiere mich, buch ein Erstgespräch oder folg mir auf Instagram" alles gleichzeitig. Ich hatte lange drei CTAs auf einer Seite, weil ich dachte, mehr Optionen wären freundlicher. Ergebnis: keine einzige Anfrage darüber.
Kontaktinformationen
Klingt banal, war aber der Punkt, an dem ich am meisten Zeit verschwendet hab, weil ich das Kontaktformular ewig "noch schöner machen" wollte, statt einfach eine E-Mail-Adresse sichtbar hinzuschreiben. Manchmal ist die langweiligste Lösung die, die tatsächlich funktioniert.

3. Rechtliche Pflichtangaben (Deutschland)

Eine Sache vorweg, weil's wichtig ist: Ich bin Atemcoach, keine Anwältin. Was hier steht, hab ich mir aus den Gesetzestexten selbst und von Rechtsseiten zusammengesucht — für deinen Einzelfall, vor allem wenn du im Ausland wohnst oder ein Gewerbe mit besonderen Pflichten hast, lohnt sich trotzdem ein kurzer Check bei einer Anwältin oder einem Impressum-Generator.

Dokument Rechtsgrundlage Erforderliche Angaben (Auszug)
Impressum § 5 DDG (vormals TMG) (Gesetze im Internet) Name, Anschrift, E-Mail, Aufsichtsbehörde (falls zutreffend), USt-IdNr. (falls vorhanden).
Datenschutzerklärung Art. 13 DSGVO (DSGVO-Gesetz.de) Verantwortlicher, Zweck der Datenverarbeitung, Rechtsgrundlage, Speicherdauer, Betroffenenrechte.
Cookie-Einwilligung § 25 TDDDG (vormals TTDSG) (eRecht24, 2024) Einwilligung nötig, bevor Cookies/Tracking Informationen auf dem Endgerät speichern oder darauf zugreifen — außer bei technisch notwendigen Cookies.

Zuletzt geprüft: 2026-07-12

Sources

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