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Erfolgsgeschichten deiner Kunden für die Website ohne Eigenlob schreiben

Spätabends am Küchentisch, das Kind schläft endlich, und ich starre auf das leere Google Doc mit der Überschrift 'Was Kunden sagen' – unfähig, ein Wort zu tippen, das nicht nach billigem Marketing klingt. Das leise Surren meines alten Laptops und der Geschmack von kalt gewordenem Kräutertee begleiten mich, während ich gerade den 14. Entwurf lösche. Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin.

Kennst du das? Du weißt genau, dass dein Coaching wirkt. Du hast die Tränen der Erleichterung in deinen Sessions gesehen, du hast die Dankes-Mails bekommen. Aber sobald du versuchst, das für deine Website in Worte zu fassen, klingt es entweder wie eine schlechte Dauerwerbesendung oder so staubtrocken, dass man beim Lesen fast einschläft. Ich habe Monate damit verbracht, dieses Problem vor mir herzuschieben, weil ich dachte: Wenn ich das so schreibe, denken alle, ich hätte sie dafür bezahlt – das klingt einfach nicht nach mir.

Das Dilemma mit dem Eigenlob (oder: Warum wir uns so schwer tun)

An einem grauen Dienstagnachmittag im Februar saß ich vor meiner Jimdo-Seite und wollte eigentlich nur drei Sätze über meine Zusammenarbeit mit einer Klientin einfügen. Aber mein Kopf hat sofort blockiert. Ich hatte dieses flaue Gefühl in der Magengrube bei dem Gedanken, dass meine alte Schulfreundin diese Seite liest und denkt, ich sei jetzt 'so eine' Marktschreierin geworden. Eine, die sich selbst auf ein Podest stellt und sagt: 'Schaut her, wie toll ich bin!'

Wir Coaches wollen helfen, nicht prahlen. Aber ohne 'Social Proof' – also den Beweis, dass andere uns vertrauen – bucht heute kaum noch jemand. In Deutschland ist das Ganze noch ein bisschen komplizierter, weil wir beim Thema Heilmittelwerbegesetz (HWG) höllisch aufpassen müssen. Wir dürfen keine Heilversprechen abgeben. Kundenstimmen müssen also nicht nur authentisch, sondern auch sachlich bleiben. Aber 'sachlich' ist oft leider auch 'langweilig'.

Ein Korrekturabzug auf DIN A4 Papier mit handschriftlichen Anmerkungen und einer Tasse Tee.

Ich habe damals versucht, die Adjektive meiner Kunden eins zu eins zu übernehmen. 'Großartig', 'lebensverändernd', 'magisch'. Das Problem? Auf einer Website wirken diese Worte ohne Kontext völlig leer. Sie sagen nichts darüber aus, *was* eigentlich passiert ist. Ich habe meine Entwürfe sogar mal auf echtem DIN A4 Papier (210 x 297 mm) ausgedruckt, um sie mit mehr Abstand zu lesen. Das Ergebnis war ernüchternd: Es las sich wie ein Werbeflyer für eine Wunderheilung, den man im Vorbeigehen in den Müll wirft.

Die Entdeckung: Fokus weg vom Helden, hin zum Werkzeug

Nach etwa vier Wochen des Ausprobierens und Verzweifelns stieß ich auf einen Ansatz, der alles veränderte – die Lexosophie. Der Clou dabei war für mich ein radikaler Perspektivwechsel: Höre auf, deine Kunden als Helden zu inszenieren, die durch dein 'Genie' gerettet wurden. Als Solopreneur verkaufst du nicht ihre Transformation als dein Verdienst, sondern dein eigenes, hochspezialisiertes Werkzeug zur Problemlösung.

Plötzlich war der Druck weg. Ich musste nicht mehr beweisen, wie toll ich bin. Ich musste nur zeigen, wie das Werkzeug (meine Atemarbeit) in einer spezifischen Situation funktioniert hat. In meinem Fall bedeutete das, weg von den Superlativen und hin zur präzisen Wortwahl des Kunden. Ich fing an, die spezifischen Widerstände meiner Kunden vor der ersten Sitzung zu dokumentieren – denn die echte Geschichte liegt im 'Davor'.

Wenn ein Kunde sagt: 'Ich hatte Angst, dass ich mich beim Atmen völlig verliere', dann ist das Gold wert. Das ist kein Eigenlob, das ist die Realität deiner Zielgruppe. In meinem Artikel über Storytelling für Coaches habe ich schon mal darüber geschrieben, wie wichtig diese kleinen, echten Details sind. Bei Erfolgsgeschichten ist es genau dasselbe.

Die Drei-Akt-Struktur für deine Kundenstorys

Mitten in der bayerischen Pfingstferienzeit, während mein Sohn im Garten tobte, habe ich meine erste Erfolgsgeschichte nach der Dramaturgie des Drei-Akt-Modells aufgebaut. Das klingt jetzt furchtbar kompliziert, ist aber eigentlich ganz logisch und besteht aus genau 3 Teilen:

Skizze einer Drei-Akt-Struktur in einem Notizbuch für den Aufbau einer Kundenstory.

Das Schöne daran: Du erzählst eine Geschichte, statt ein Loblied zu singen. Du beschreibst einen Prozess. Das ist für den Leser viel greifbarer und wirkt seriös, weil es die Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Ich habe gemerkt, dass das Schreiben dadurch viel flüssiger wurde. Ich musste nicht mehr überlegen, wie ich mich 'verkaufe'. Ich habe einfach nur berichtet, was passiert ist.

SEO und der 'First Impression' Faktor

Eines Abends vor ein paar Wochen habe ich mich dann an die technische Umsetzung gesetzt. Wenn du eine Seite für deine Erfolgsgeschichten erstellst, willst du natürlich auch, dass sie gefunden wird. Aber Vorsicht: Der Titel sollte nicht einfach nur 'Referenzen' heißen. Das sucht niemand. Besser ist etwas Spezifisches wie 'Erfahrungen mit Atem-Coaching bei Stress'.

Achte dabei auf die empfohlene Zeichenlänge für den Google-Meta-Titel. Er sollte nicht länger als etwa 60 Zeichen sein, damit er in den Suchergebnissen nicht abgeschnitten wird. Das ist gar nicht so einfach, wenn man gleichzeitig präzise und einladend sein will. Aber es lohnt sich, hier ein bisschen zu tüfteln, damit die erste Hürde – der Klick auf deine Seite – genommen wird.

Vorschau eines SEO-Meta-Titels für eine Website auf einem Smartphone-Display.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich früher meine Über-mich-Seite geschrieben habe und dachte, das sei das Schwierigste. Aber Kundenstimmen sind noch mal eine ganz andere Hausnummer, weil man die Verantwortung für die Worte anderer spürt. Heute weiß ich: Die besten Erfolgsgeschichten sind die, in denen der Kunde sich selbst wiederkennt, nicht die, in denen der Coach am hellsten strahlt.

Mein Fazit: Das befreiende Gefühl der Ehrlichkeit

Als die erste dieser neuen Geschichten online ging, fühlte es sich zum ersten Mal nicht nach 'Marketing' an. Es fühlte sich nach einer ehrlichen Einladung an. Menschen, die genau dort stehen, wo meine Klientin vor sechs Monaten stand, fühlen sich jetzt verstanden, statt nur beschallt zu werden.

Wenn du also das nächste Mal vor deinem leeren Dokument sitzt: Atme tief durch (musste ich als Coach jetzt sagen, sorry!). Vergiss das Eigenlob. Konzentriere dich auf das Problem, das du gelöst hast, und auf das Werkzeug, das du benutzt hast. Deine Kunden werden es dir danken, weil sie endlich verstehen, was du wirklich für sie tun kannst – ganz ohne Marktschreier-Attitüde.

Und falls du dich fragst, ob deine Texte überhaupt gut genug sind: Sie müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nur echt sein. Mein 14. Entwurf war derjenige, der endlich blieb, weil ich aufgehört habe, jemand sein zu wollen, der ich nicht bin. Das ist der eigentliche Erfolg hinter der Geschichte.

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