
Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil bringt dir Anfragen ins Haus, ein vergessenes bringt dir gar nichts – dazwischen lag bei mir vor allem Scham, als eine Lokalredaktion aus München nach einem Link zu meinem Coaching-Profil fragte und ich schlicht nichts hatte, worauf ich hätte zeigen können. Als Solopreneurin ohne Marketing-Team hatte ich das Profil einmal angelegt und dann so gut wie nie wieder angefasst.
Mein Eintrag sah aus wie eine digitale Geisterstadt: keine Fotos, eine Öffnungszeit, die längst nicht mehr stimmte, und eine Beschreibung, die genauso gut von einer x-beliebigen Wellnesskette hätte stammen können. Genau in diesem Chaos habe ich verstanden, dass ein Google Unternehmensprofil für Coaches in München kein Nebenprojekt ist, sondern die erste Tür, durch die neue Klientinnen gehen.
KI-Text oder eigene Worte: Was ins Google Unternehmensprofil gehört?
Google gibt genau 750 Zeichen für die Unternehmensbeschreibung her, und in der Verzweiflung nimmst du entweder ein Tool zur Hilfe oder du kämpfst dich selbst durch jeden Satz. Ich habe Jasper AI drei Monate lang abonniert, in der Hoffnung, dass ein Algorithmus meine Coaching-Philosophie treffender zusammenfasst als ich selbst. Herausgekommen sind Sätze, die genauso gut für eine Versicherung oder eine Fitnessstudio-Kette hätten stehen können – austauschbare Marketingfloskeln ohne einen einzigen Satz, der nach mir klang.

Meine Freundin Verena Gruber, die als Grafikdesignerin arbeitet und gerade an ihrer eigenen Website bastelt, hielt die KI-Version zunächst für gar nicht so schlecht – sie wirke doch ordentlich, meinte sie. Ordentlich und nach mir klingen sind aber zwei verschiedene Dinge, und genau da hakt generierter Text: Er ist druckreif, aber er ist niemand.
Deshalb lese ich jeden Entwurf inzwischen laut vor, bevor er online geht. Bleibe ich an einem Satz hängen, weil er sich fremd anfühlt, fliegt er raus – egal wie druckreif er sonst klingt. Das ist die einzige Regel, die ich für die 750 Zeichen wirklich brauche.
Wie du deine Leistungen so beschreibst, dass sie nach dir und nicht nach der Konkurrenz klingen, habe ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben, als ich gelernt habe, meine Dienstleistung zu beschreiben – die Grundidee lässt sich eins zu eins auf die Google-Beschreibung übertragen, nur eben auf 750 Zeichen zusammengedampft.
Postkarte statt Sofort-Klick: Die Verifizierung braucht Geduld
Ich dachte, ein Klick genügt und ich bin sofort verifiziert. Google sieht das anders und schickt eine echte Postkarte auf dem ganz normalen Postweg an deine Geschäftsadresse. Bis sie ankam, habe ich den Status im Dashboard öfter kontrolliert, als ich zugeben möchte.
Andere Anmeldungen im Netz sind heute in Sekunden erledigt, dein Google Unternehmensprofil nicht – und das ist eigentlich kein Nachteil. Der Umweg über die Post macht ein Profil schwerer zu fälschen, gerade weil er unbequem ist. Wer sich nicht die Mühe macht, den Code am Ende auch einzugeben, bekommt eben kein verifiziertes Profil.

Echter Name gegen Keyword-Friedhof
Viele Ratgeber in obskuren SEO-Foren empfehlen, den Firmennamen mit Suchbegriffen vollzustopfen – aus 'Petra Müller' wird dann 'Petra Müller Yoga Atemcoach Stress München'.
Lass das bitte bleiben.
Google ist nicht so leicht auszutricksen, wie diese Foren glauben machen wollen. Ein vollgestopfter Name wirkt nicht nur verzweifelt, er verstößt auch gegen die Richtlinien – im schlimmsten Fall wird das ganze Profil gesperrt, und die Arbeit war umsonst. Bleib bei deinem echten Namen oder dem Namen deiner Praxis und bau lokale Autorität über Inhalte und Rezensionen auf, nicht über eine Aneinanderreihung von Suchbegriffen. Echte Klientinnen in Haidhausen oder Sendling suchen eine Person, keine Keyword-Liste.
Isar-Ufer statt einfach nur 'München': Warum die genaue Lage zählt
Seit ich in der Beschreibung erwähne, dass ich Atemübungen auch bei einem Spaziergang am Isar-Ufer bei der Wittelsbacher Brücke anleite, tauche ich in Suchanfragen auf, die vorher komplett an mir vorbeigingen. 'München' allein sagt der Suchmaschine zu wenig – ein konkreter Ort, an dem du wirklich arbeitest, sagt ihr, dass hinter dem Profil kein anonymes Franchise steckt, sondern jemand mit einer echten Adresse in einem echten Viertel.
Um herauszufinden, welche Begriffe zu deiner eigenen Umgebung passen, lohnt sich ein Blick in die eigene Themenplanung. Ich habe das mal im Zusammenhang mit Blog-Themen finden aufgeschrieben, und vieles davon funktioniert für die Google-Beschreibung genauso gut wie für einen Artikel.
Genau das ist lokales Marketing in seiner einfachsten Form: nicht gegen alle Coaches in Deutschland antreten, sondern für die Menschen sichtbar sein, die in deiner Nachbarschaft wohnen oder arbeiten. Im Kern sind das dieselben SEO-Grundlagen, die für jede Coaching-Website gelten, nur eben lokal zugespitzt.
Stockfoto oder eigenes Foto: Was in München wirklich überzeugt
Ein steriles Stockfoto von einer Frau, die irgendwo am Strand meditiert, hilft niemandem, der gestresst in einer Münchner Altbauwohnung sitzt und einen Coach in der Nähe sucht. Menschen wollen sehen, wo sie landen und mit wem sie es zu tun haben – nicht mit einem Symbolbild, das auch auf tausend anderen Seiten hängt.
Wichtig ist dabei auch der Alt-Text zu jedem Bild, also die kurze Beschreibung, die Google sagt, was überhaupt zu sehen ist. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um zu verstehen, wie man gute Alt-Texte für Bilder schreiben kann, damit sie wirklich zur Sichtbarkeit beitragen und nicht nur Pflichtfelder ausfüllen.

Es gibt außerdem das sogenannte Local Pack – die drei Profile, die Google ganz oben auf der Karte zeigt, wenn jemand in deiner Nähe sucht. Reingekommen bin ich nicht durch einmaliges Ausfüllen des Profils, sondern durch regelmäßige kleine Beiträge, ein Tipp zur Atmung hier, eine Terminankündigung dort. Ein einmalig perfekt ausgefülltes Profil verliert gegen ein Profil, das alle paar Wochen ein Lebenszeichen von sich gibt.
Rezensionen sammeln gegen Rezensionen kontrollieren
Bewertungen von Freunden, die du extra darum gebeten hast, fühlen sich am Anfang gut an, bringen dich aber nicht wirklich weiter. Erst die Rezensionen von Menschen, die dich tatsächlich über die Suche gefunden haben, zeigen, ob dein Profil überhaupt funktioniert. Eine Frau schrieb mir einmal, sie habe sich von der Beschreibung sofort angesprochen gefühlt – genau in dem Moment wusste ich, dass sich die Arbeit an diesen 750 Zeichen gelohnt hat.

Löschen kannst du eine Rezension übrigens nicht, nur weil sie dir nicht gefällt, außer sie ist beleidigend oder eindeutig gefälscht. Genau diese Unbestechlichkeit macht das Ganze wertvoll. Rezensionen wirken wie Kundenstimmen, nur dass Google ihnen die größte Bühne von allen gibt.
Wäge am Ende ab, wo sich Zeit wirklich lohnt: Nimm KI-Text höchstens als Steinbruch für Ideen, nie als fertige Version. Bleib immer bei deinem echten Namen, auch wenn ein vollgestopfter verlockend klingt. Zeig immer eigene Fotos statt Stockware, selbst wenn sie unperfekt sind. Und bitte aktiv um Rezensionen, statt nur zu hoffen, dass sie von allein kommen – der Unterschied zwischen einem toten Profil und einem, das für dich arbeitet, liegt genau in diesen Entscheidungen.
Wenn ich heute meinen eigenen Namen bei Google eintippe, zucke ich innerlich nicht mehr zusammen – kein Schamgefühl mehr, keine Ausrede vor der nächsten Redakteurin, die nach einem Link fragt. Nur noch ein Profil, das zeigt, wer wirklich dahintersteckt.